Interview zum Global Portfolio One
Verfasst: 24.05.2026 18:11
Zitat von https://www.globalportfolio-one.com/
"...Erfolgreich wissenschaftlich investieren.
Die hochwertige Geldanlage für Selbstentscheider - von Dr. Andreas Beck & Team...
All-Cap-Investmentfonds Global Portfolio One (GPO) investiert breit gestreut in den weltweiten Aktienmarkt in über 8.800 Unternehmen (inkl. kleiner und mittlerer Unternehmen). Daneben wird in normalen Marktphasen eine Investitionsreserve von ca. 20% in sicheren Anleihen gehalten (u.a. Schweizer Staatsanleihen). Durch die gleichwertindexierte Regionengewichtung berücksichtigt das Global Portfolio One nicht nur die Marktkapitalisierung verschiedener Länder, sondern auch Unternehmensgewinne und –bewertungen.* ...
. . .
Frage Elvis:
wenn Beck die meiste Zeit 20% seines Portfolios nur in Cash oder kurzlaufende Schweizer Staatsanleihen investiert, wie wirkt sich dies langfristig auf das Chance-/ Risikoverhältnis (Mar-Ratio, Capture-Ratios usw) aus? Werden dies KZ langfristig besser ausfallen als long only?
Muss sich der Anleger darauf verlassen, dass Beck über gute Fähigkeiten im Market-Timing verfügt? Wo doch sogar Experten wie Eckhard Sauren zugeben (sinngemäß): Market Timing können wir nicht !
Statement Drhc:
Hier stoßen wir genau auf die mechanischen Stellschrauben und die theoretischen Sollbruchstellen solcher Konzepte.
Als Makroökonom zerlege ich diese Fragestellung gerne in zwei Teile: die mathematischen Kennzahlen und das psychologische bzw. methodische Problem des Market Timings.
---
1. Auswirkung auf die Kennzahlen (MAR-Ratio, Capture-Ratio & Co.)
Wenn ein Portfolio in "Normalphasen" permanent 20% in extrem sicheren, aber renditearmen Häfen wie Schweizer Staatsanleihen (CHF), norwegischen Kronen (NOK) oder Cash hält, verschieben sich die Kennzahlen im Vergleich zu einem 100%igen Aktien-Weltportfolio recht konsistent:
Capture-Ratio (Upside vs. Downside):
In normalen Aufwärtsphasen liegt die **Upside Capture** mathematisch bedingt unter 100% (eher bei 80% bis 85%), da der Bremsklotz der 20%-Reserve die Rallye dämpft.
In Marktphasen ohne Krise kostet dies spürbar Performance. Das Ziel des Modells ist es jedoch, im Crash eine deutlich niedrigere "Downside Capture" aufzuweisen. Wenn der Aktienmarkt um 30% einbricht, verliert das Portfolio dank der Cash-Sicherung und des stabilen Frankens rechnerisch deutlich weniger.
MAR-Ratio (Verhältnis von annualisierter Rendite zum maximalen Verlust)
Die MAR-Ratio (eng verwandt mit der Calmar-Ratio) versucht zu messen, ob sich das eingegangene Risiko (gemessen am maximalen historischen Einbruch, dem "Maximum Drawdown") gelohnt hat.
Durch die 20% Reserve wird der maximale Drawdown stark abgefedert. Kommt es nun zum "Regime-Switching" (die Reserve wird am Tiefpunkt komplett in den kollabierten Aktienmarkt geschoben), sichert sich der Fonds die günstigen Einkaufskurse für den anschließenden Aufschwung. Gelingt dieser Mechanismus, kann die MAR-Ratio langfristig *besser* aussehen als bei einem reinen Aktienportfolio, weil der Nenner (der Drawdown) stark schrumpft, während der Zähler (die langfristige Rendite) durch den "Gummiband-Effekt" beim Wiederaufschwung aufgeholt wird.
Das mathematische Aber: Bleibt eine schwere Krise über ein ganzes Jahrzehnt aus, frisst die "Drag" (die Performance-Bremse) der Cash-Quote den Vorteil auf. Das System wettet also mathematisch darauf, dass der globale Kapitalmarkt zyklisch bleibt!
---
2. Das Sauren-Dilemma: Ist das nicht doch Market Timing?
Du sprichst hier einen exzellenten Punkt an. Wenn Koryphäen wie der Dachfonds-Pionier Eckhard Sauren (zu Recht) sagen: *"Market Timing trauen wir uns nicht zu"*, wie passt das zu Becks Modell?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Definition von "prognosebasiertem" vs. "regelbasiertem" Handeln.
Klassisches Market Timing (prognosebasiert): Ein Manager versucht zu "ahnen", wann der Markt dreht. Er schaut auf Charttechnik, Sentiment oder geopolitische Nachrichten und sagt: *"Ich glaube, nächsten Monat krachts, ich gehe in Cash."* Das funktioniert nachweislich dauerhaft schlichtweg nicht.
Systematisches Regime-Switching (regelbasiert): Andreas Beck betreibt kein Timing auf Basis von Prognosen. Er schaut nicht in die Zukunft, sondern misst den "Ist-Zustand" der Gegenwart anhand starrer mathematischer Kennzahlen.
Der Algorithmus im Hintergrund
Der Wechsel der Marktphasen (Regimes) erfolgt rein mechanisch über harte Schwellenwerte, bei denen die fundamentale Unterbewertung des Aktienmarktes gemessen wird:
| Phase / Regime | Auslöser | Aktienquote | Investitionsreserve |
| --- | --- | --- | --- |
| Regime A (Normal) | Standard-Marktumfeld | 80% | 20% |
| Regime B (Knappheit) | Aktienmärkte fallen um mehr als 20% vom Allzeithoch + implizite Volatilität steigt | 90% | 10% |
| Regime C (Eskalation) | Märkte fallen um weitere 25% vom Zwischentief (ca. -40% vom Hoch) | 100% | 0% |
Quelle der Systematik: Anlagestrategie des Global Portfolio One
Fazit für den Anleger
Man muss sich also nicht darauf verlassen, dass Andreas Beck ein genialer Hellseher ist. Man muss sich stattdessen darauf verlassen, dass sein mathematisches Regelwerk funktioniert und er (bzw. sein Team) die emotionale Disziplin besitzt, im tiefsten, medialen Weltuntergangs-Szenario stur per Algorithmus die restlichen Millionen in den fallenden Markt zu werfen.
Das Risiko für den Anleger ist hier kein Fehl-Timing durch menschliche Fehleinschätzung, sondern ein Modell-Risiko: Wenn ein Crash passiert, der sich über viele Jahre ohne nennenswerte Erholung seitwärts schleppt (wie Japan in den 1990ern), nützt auch das Pulververschießen am vermeintlichen Tiefpunkt wenig, und die Cash-Bremse der Vorjahre schmerzt doppelt.
"...Erfolgreich wissenschaftlich investieren.
Die hochwertige Geldanlage für Selbstentscheider - von Dr. Andreas Beck & Team...
All-Cap-Investmentfonds Global Portfolio One (GPO) investiert breit gestreut in den weltweiten Aktienmarkt in über 8.800 Unternehmen (inkl. kleiner und mittlerer Unternehmen). Daneben wird in normalen Marktphasen eine Investitionsreserve von ca. 20% in sicheren Anleihen gehalten (u.a. Schweizer Staatsanleihen). Durch die gleichwertindexierte Regionengewichtung berücksichtigt das Global Portfolio One nicht nur die Marktkapitalisierung verschiedener Länder, sondern auch Unternehmensgewinne und –bewertungen.* ...
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Frage Elvis:
wenn Beck die meiste Zeit 20% seines Portfolios nur in Cash oder kurzlaufende Schweizer Staatsanleihen investiert, wie wirkt sich dies langfristig auf das Chance-/ Risikoverhältnis (Mar-Ratio, Capture-Ratios usw) aus? Werden dies KZ langfristig besser ausfallen als long only?
Muss sich der Anleger darauf verlassen, dass Beck über gute Fähigkeiten im Market-Timing verfügt? Wo doch sogar Experten wie Eckhard Sauren zugeben (sinngemäß): Market Timing können wir nicht !
Statement Drhc:
Hier stoßen wir genau auf die mechanischen Stellschrauben und die theoretischen Sollbruchstellen solcher Konzepte.
Als Makroökonom zerlege ich diese Fragestellung gerne in zwei Teile: die mathematischen Kennzahlen und das psychologische bzw. methodische Problem des Market Timings.
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1. Auswirkung auf die Kennzahlen (MAR-Ratio, Capture-Ratio & Co.)
Wenn ein Portfolio in "Normalphasen" permanent 20% in extrem sicheren, aber renditearmen Häfen wie Schweizer Staatsanleihen (CHF), norwegischen Kronen (NOK) oder Cash hält, verschieben sich die Kennzahlen im Vergleich zu einem 100%igen Aktien-Weltportfolio recht konsistent:
Capture-Ratio (Upside vs. Downside):
In normalen Aufwärtsphasen liegt die **Upside Capture** mathematisch bedingt unter 100% (eher bei 80% bis 85%), da der Bremsklotz der 20%-Reserve die Rallye dämpft.
In Marktphasen ohne Krise kostet dies spürbar Performance. Das Ziel des Modells ist es jedoch, im Crash eine deutlich niedrigere "Downside Capture" aufzuweisen. Wenn der Aktienmarkt um 30% einbricht, verliert das Portfolio dank der Cash-Sicherung und des stabilen Frankens rechnerisch deutlich weniger.
MAR-Ratio (Verhältnis von annualisierter Rendite zum maximalen Verlust)
Die MAR-Ratio (eng verwandt mit der Calmar-Ratio) versucht zu messen, ob sich das eingegangene Risiko (gemessen am maximalen historischen Einbruch, dem "Maximum Drawdown") gelohnt hat.
Durch die 20% Reserve wird der maximale Drawdown stark abgefedert. Kommt es nun zum "Regime-Switching" (die Reserve wird am Tiefpunkt komplett in den kollabierten Aktienmarkt geschoben), sichert sich der Fonds die günstigen Einkaufskurse für den anschließenden Aufschwung. Gelingt dieser Mechanismus, kann die MAR-Ratio langfristig *besser* aussehen als bei einem reinen Aktienportfolio, weil der Nenner (der Drawdown) stark schrumpft, während der Zähler (die langfristige Rendite) durch den "Gummiband-Effekt" beim Wiederaufschwung aufgeholt wird.
Das mathematische Aber: Bleibt eine schwere Krise über ein ganzes Jahrzehnt aus, frisst die "Drag" (die Performance-Bremse) der Cash-Quote den Vorteil auf. Das System wettet also mathematisch darauf, dass der globale Kapitalmarkt zyklisch bleibt!
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2. Das Sauren-Dilemma: Ist das nicht doch Market Timing?
Du sprichst hier einen exzellenten Punkt an. Wenn Koryphäen wie der Dachfonds-Pionier Eckhard Sauren (zu Recht) sagen: *"Market Timing trauen wir uns nicht zu"*, wie passt das zu Becks Modell?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Definition von "prognosebasiertem" vs. "regelbasiertem" Handeln.
Klassisches Market Timing (prognosebasiert): Ein Manager versucht zu "ahnen", wann der Markt dreht. Er schaut auf Charttechnik, Sentiment oder geopolitische Nachrichten und sagt: *"Ich glaube, nächsten Monat krachts, ich gehe in Cash."* Das funktioniert nachweislich dauerhaft schlichtweg nicht.
Systematisches Regime-Switching (regelbasiert): Andreas Beck betreibt kein Timing auf Basis von Prognosen. Er schaut nicht in die Zukunft, sondern misst den "Ist-Zustand" der Gegenwart anhand starrer mathematischer Kennzahlen.
Der Algorithmus im Hintergrund
Der Wechsel der Marktphasen (Regimes) erfolgt rein mechanisch über harte Schwellenwerte, bei denen die fundamentale Unterbewertung des Aktienmarktes gemessen wird:
| Phase / Regime | Auslöser | Aktienquote | Investitionsreserve |
| --- | --- | --- | --- |
| Regime A (Normal) | Standard-Marktumfeld | 80% | 20% |
| Regime B (Knappheit) | Aktienmärkte fallen um mehr als 20% vom Allzeithoch + implizite Volatilität steigt | 90% | 10% |
| Regime C (Eskalation) | Märkte fallen um weitere 25% vom Zwischentief (ca. -40% vom Hoch) | 100% | 0% |
Quelle der Systematik: Anlagestrategie des Global Portfolio One
Fazit für den Anleger
Man muss sich also nicht darauf verlassen, dass Andreas Beck ein genialer Hellseher ist. Man muss sich stattdessen darauf verlassen, dass sein mathematisches Regelwerk funktioniert und er (bzw. sein Team) die emotionale Disziplin besitzt, im tiefsten, medialen Weltuntergangs-Szenario stur per Algorithmus die restlichen Millionen in den fallenden Markt zu werfen.
Das Risiko für den Anleger ist hier kein Fehl-Timing durch menschliche Fehleinschätzung, sondern ein Modell-Risiko: Wenn ein Crash passiert, der sich über viele Jahre ohne nennenswerte Erholung seitwärts schleppt (wie Japan in den 1990ern), nützt auch das Pulververschießen am vermeintlichen Tiefpunkt wenig, und die Cash-Bremse der Vorjahre schmerzt doppelt.